Teil 14: (Ein merkwürdiges) Ende

Teil 14: (Ein merkwürdiges) Ende

Vor etwas mehr als einem Monat endete mein US Abenteuer und ich bin zurück in Deutschland. Dies soll mich aber nicht davon abhalten, meine letzten Erfahrungen aus den USA mit euch zu teilen. In diesem und letzten Blogeintrag geht es um die Rundreise, kurz bevor es mit dem Programm zu Ende ging und die darauffolgenden Tage bis zur Rückkehr nach Deutschland.

Das erste Ziel meiner Rundreise durch die USA war New Orleans. „Big Easy“ ist die größte Stadt im Staat Louisiana und eine geschichtsträchtige noch dazu. Grund meines Besuches war aber nicht die reiche Geschichte der Stadt, sondern der Karneval, besser bekannt als Mardi Gras. Dieser feiert seinen Höhepunkt am sogenannten „Fat Tuesday“, dem Tag an dem ich anreise. An diesem Tag gibt es in der Stadt zahlreiche bunte Paraden und ausgelasse Feiern bis spät in die Nacht. Ein unglaubliches Ereignis, über welches ich sehr froh bin, es vor Ort miterlebt zu haben. Ich blieb noch ein paar weitere Tage in der Stadt, um nicht nur das Feier- und Nachtleben, sondern auch die andern Facetten der Stadt zu erkunden. Eine davon war die Musik. Genauer gesagt Jazz. New Orleans gilt als Geburtsort des Jazz. An jeder Straßenkreuzung, in jeder Bar und jedem Restaurant – die Musik ist überall und verleitet der Stadt seinen ganz eigenen Flair.

Kurz darauf machte ich mich auf den Weg nach Baltimore. Denn in Washington DC stand das „Halbzeit-Seminar“ des PPP an. Da beide Städte verhältnismäßig dicht beieinander liegen und Baltimore eine günstigere Verbindung hatte, flog ich dorthin. Baltimore ist eine große und bedeute Hafenstadt in Maryland. Dort liegen nicht nur Kriegsschiffe aus dem US Bürgerkrieg im Hafen, es ist zudem auch der Geburtsort der Nationalhymne. Geschehnisse aus dem Britisch-Amerikanischen Krieg am Schauplatz Fort McHenry in Baltimore inspirieren Francis Scott Key dazu, seine Freude über den Sieg Amerikas in Form eines Liedes auszudürcken, daraus wurde später die Hymne (star spangled banner) . Ausserdem traf ich mich in Baltimore mit ein paar anderen PPP lern und hatte dort ein paar schöne Tage.

Am darauffolgenden Montag trafen sich alle Teilnehmenden des Programms in Washington. Das Wiedersehen mit all den anderen war toll. Man konnte sich untereinander über die bisherige Zeit austauschen und viele Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen. Auf der Agenda für die Woche Seminar stand aber nicht nur „networking“, sondern auch andere Dinge, wie z. B. eine Tour durch den US-Kongress, Museumsbesuche und vieles mehr, an. Es gab auch „Workshops“ und mehrere Gastreden zu verschiedenen politisch und geschichtlich sehr interessanten Themen welche u. a. in der deutschen Botschaft stattfanden. Höhepunkt war aber ein Treffen mit dem Kongressabgeordneten meines Bezirkes in Minnesota, Tom Emmer. Mit ihm redete ich über das PPP, meine Erfahrungen in dem Jahr und einige andere Themen. Von ihm erhielt ich noch Gästeausweise, sodass ich die anschließende Sitzung im Repräsentantenhaus als Gast verfolgen durfte.

Die Tage in DC waren daher lang und so manche Nächte noch länger. In den zahlreichen Ausgehmöglichkeiten, die die Stadt bietet, konnte man die „wichtigsten Dinge des Tages“ nochmal bei einem Getränk Reveau passieren lassen. Am letzten Abend besuche ich mit gut 10 anderen Teilnehmern ein NBA Spiel der Washington Wizards. Das Team der beiden deutschen Nationalspieler (Mo Wagner & Isaac Bonga) gewann gegen die Gäste aus Atlanta. Es war ein schöner Abschluss, für ein sehr interessantes und informatives Seminar.

Die nächste Woche war Spring Break in Minnesota und ich nutze die collagefreie Zeit und flog zusammen mit Chris zu dem Bruder meiner Hosts nach Naples, Florida. Die Stadt liegt südlich an der Golfküste des Staates. Wir verbrachten nur 4 Tage im „Sunshine State“, wussten unsere Zeit aber zu nutzen. Am ersten Tag machen wir uns nach Empfehlungen von Jim und seiner Frau, auf zu einem Naturschutzgebiet in den Everglades. Dort sahen wir; nebern der beeindruckenden Landschaft, einige kleine und große Alligatoren, sowie viele andere einheimischen Tiere. Am nächsten Morgen machten wir uns früh auf den Weg nach Key West. Nach einer fünfstündigen Autofahrt quer durch die Everglades und auf bis zu 7 Meilen langen Brücken über dem Golf von Mexiko und dem Atlantik erreichen wir unser Ziel: „the southernmost point of Continental Amerika“. Dort verbrachten wir den Tag, waren Essen, haben die Stadt und den Strand erkundet und uns einen Sonnenbrand geholt. Am selben Abend noch verließen wir Key West aber auch schon wieder. Bis nach Naples fuhren wir aber nicht zurück, sondern machen noch Halt in Miami. Dort schauten wir uns Downtown, den Hafen und Miami Beach an und frischten beide jeweils unseren Sonnenbrand wieder auf. Am nächsten Tag dann ging es zurück nach Naples, den letzten Abend verbrachten wir mit unserem Host, saßen beieinander, unterhielten uns nett und genehmigten uns den ein oder anderen Drink. Am letzten Tag des viel zu kurzen Trips stand nochmal ein echtes Highlight auf dem Programm. Jim nahm uns nämlich am Mittag mit aufs Boot. Er fährt sein gesamtes Leben schon raus aufs Wasser und kennt die Mangroven und den Golf wie seine Westentasche, dementsprechend viel hatte er uns zu zeigen. Wir verbrachten knapp vier Stunden mit ihm auf dem Wasser und es war wirklich unglaublich schön. Im Anschluss mussten wir auch leider schon direkt zum Flughafen und zurück nach Minneapolis. 

Was noch keiner von uns geahnt hatte war, dass dieser unser letzter Trip sein sollte. Spät in der Nacht landeten wir in Minneapolis, fuhren nach Hause und machen uns keine weiteren Gedanken über die bereits bekannte Corona Situation und mögliche Folgen. Am nächsten Morgen wachte ich auf, mit dem eigentlichen Ziel mich mit Freuden in Milwaukee zu treffen. Ich schaute beim Frühstück auf mein Handy und die WhatsApp Gruppe der PPP-Teilnehmer war am explodieren..

Ich überflog die Nachrichten grob und konnte es nicht glauben. Wir sollen unseren Platzierungsort nicht verlassen, da dass Programm evtl. abgebrochen wird. Und eine Stunde später kam die Bestätigung, es geht nach Hause und das schon in drei Tagen!

Komplett überwältigt musste ich meinen Freunden absagen, meine Jobs kündigen, Ehrenämter niederlegen und andere organisatorischen Dinge regeln. Die letzten Tage waren sehr merkwürdig, alle waren geschockt über die rasante Entwicklung und die Folgen für mich und die anderen Teilnehmenden. Ich verbrachte die letzten Tage noch mit den Menschen, die mir die vorherigen acht Monate am meisten ans Herz gewachsen waren und machte mich in der Nacht vom Samstag auf Sonntag auf den Weg nach New York. Von dort aus flogen alle verbliebenen PPP’ler gemeinsam zurück.

Die Stimmung war minimal besser als auf Beerdigung, viele von uns haben in den vorherigen Tagen viel geweint und stehen jetzt vor einer ungewissen Zukunft in Deutschland. In Frankfurt angekommen konnten viele es noch immer nicht richtig glauben, dass das Programm damit vorbei war (mich eingeschlossen). Nach einem kurzen Briefing durch den Programmleiter Theo Fuß (GIZ) trennten sich die Wege der Teilnehmenden und das Programm war offiziell beendet. (Ein merkwürdiges) Ende. 

Zum Schluss möchte ich mich noch bei alles Leuten bedanken, die mich , auf welche Art auch immer, durch das Jahr begleitet haben. Vielen Dank und bleibt gesund!

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