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#16 Das Leben als Neuland-Erzieherin

Ich sitze gerade in meinem Nebenjob als Assistant Teacher in der Preschool. Es ist 13.41 Uhr und alle Kinder sind im Land der Träume. ALLE unserer 13 Monster schlafen. Das hab ich so auch noch nicht erlebt. Einmal ist halt immer das erste Mal. Hier in der Preschool essen die Kinder von 12 bis meistens 12.30 Uhr danach heißt es Schlafenszeit. Wir legen deren Matratzen auf den Boden, schalten das Licht aus und hoffen, dass alle einschlafen. Meistens kraulen wir den Rücken oder streicheln den Kopf, damit sie besser einschlafen. Nach 4 Rücken- und Kopfmassagen sind also tatsächlich eingeschlafen. Bis 15 Uhr ist „Nap-Time“. Ich habe meine Stunden nun von 14 Uhr bis 18 Uhr erweitert und fange an meinen Arbeitstagen (Montag, Mittwoch, Freitag) jetzt schon immer um 12 Uhr an. Das heißt für mich mehr Moneten!!!!! An einem Tag verdiene ich so fast 70 Dollar. Das macht in der Woche, wenn ich jeden Tag arbeite 210 Dollar und somit alle zwei Wochen ein Gehalt von knapp 400 Dollar.

Zukunftsgedanken

Gerade bin ich auch am Bewerbungen schreiben für meinen geplanten Vollzeit-Job ab nächstes Jahr. Es ist sehr schwer hier einen Job zu finden, vor allem im Bereich Marketing. Wie schaffe ich es mich hervorzuheben von allen anderen Bewerbern? Ich bin Austauschstudentin, bin nur für 6 Monate in dem Job und habe kein Muttersprachler-Englisch. Da bekommt man dann sehr schnell eine Absage zurückgeschickt. Immerhin bekomme ich eine Absage. Manche Teilnehmer beschweren sich darüber, gar nichts mehr von der Firma zu hören… Und genau weil es so schwierig ist, freue ich mich umso mehr über das Angebot der Personalerin meiner Preschool. Sie fragte mich, ob ich ab nächstes Jahr nicht jeden Tag für sie arbeiten möchte! Zuerst war ich etwas skeptisch. Ich in einer Preschool? Vollzeit? Ich hatte nie vorher mit Kindern gearbeitet. Ich meine als Nebenjob macht es mir sehr Spaß. Nichtsdestotrotz wusste ich nicht, ob ich es Vollzeit machen könnte. Meine Gedanken schwanken jeden Tag, jedoch wird die Entscheidung immer einfacher, da ich nun wirklich keinen anderen Job in Aussicht habe bisher. Meine Zeiten wären wieder von 12 – 18 Uhr, aber dafür von Montag bis Freitag. Das heißt, das wäre auch nicht Vollzeit und ich kann jeden Tag ausschlafen. Klingt doch nicht schlecht, oder? Für den Januar habe ich ihr auf jeden Fall zugesagt. Denn nur mit Job darf ich über Silvester reisen gehen und da steht ja schon die Reise nach Las Vegas an mit ein paar anderen Teilnehmern. Ich habe mich soweit entschieden, dass ich auf jeden Fall bei der Preschool anfangen werde, aber mich auch weiterhin für Marketing-Stellen bewerbe. Da ich nach diesem Auslandsjahr ja eh nicht mehr zurück ins Marketing möchte, sondern ein Studium in Wirtschaftswissenschaften anfangen will (um dann in gefühlt 47 Jahren Berufsschullehrerin zu werden), ist es auch nicht soooo wichtig, sollte ich dann doch keine Marketing-Erfahrungen in den USA sammeln. Und sollte mir das Geld dann letztendlich nicht reichen, dann ziehe ich in Erwägung in einem Kino anzufangen Popcorn und Getränke zu verkaufen. So z.B. an zwei Abenden in der Woche oder so. Ich habe gehört, die brauchen immer jemanden und da würde ich dann auch neue Leute kennen lernen 😊 Was haltet ihr von dem Plan?
Naja so viel erstmal zu meiner Zukunftsplanung und dass die wie gesagt jeden Tag am Schwanken ist.

Darf ich auch mal?

Ich wollte euch noch erzählen wie viel Spaß ich mit den Kids hier in der Preschool hab. Manchmal lassen mich die Lehrer auch eigene Ideen einbringen. Ein Zimmer war immer sehr chaotisch. Nach dem Aufstehen ging jedes Kind an jedes Regal und wollte alles spielen, was er/sie gefunden hat. Nun war meine Idee Stationen aufzubauen. Das heißt es gibt 3 Stationen an denen die Kids nach der Mittagspause spielen können und alles andere ist geschlossen. Tatsächlich hat es ziemlich gut funktioniert. Natürlich mussten wir alle 5 Minuten erwähnen, dass die Spieleküche oder das Puppenhaus jetzt noch geschlossen hat, aber sie gerne Puzzles oder mit den Blocks spielen können. Auf jeden Fall ist das viel geordneter und die Kids drehen nicht komplett durch, wenn sie ALLES spielen dürfen, was im Raum zur Verfügung steht.

Eigene Spiele

Einen Nachmittag hatte ein Kind ein paar Stühle genommen und nebeneinander gestellt. Ich habe alle Kids daraufhin gefragt, ob sie denn gerne Schulbus spielen würden. Also habe ich alle Stühle genommen und in 2er-Reihen aufgestellt. Anschließend haben wir zusammen „The Wheels on the bus“ gesungen. Neben einem Schoolbus waren wir dann noch ein Firetruck, ein Chu-Chu Train und ein Flugzeug. Zu jedem Fahrzeug haben wir ein Lied gefunden, welches wir zusammen gesungen haben. Ein Mädel hatte dann noch einen ganz besonderen Wunsch „I want to be a rental car“. Ich musste soo lachen. Die Eltern mieten wohl öfter mal ein Auto im Urlaub. Leider hat Youtube dazu kein Kidssong gefunden und wir haben zusammen die Stühle wieder aufgeräumt.

Da ich als Kind im Teenie-Kreis und in der Jungschar etc. war, kann ich mir noch ein paar Spiele denken, die wir dort gespielt haben. Eines habe ich letzte Woche ein paar Kids beibringen können 😊 das Spiel ist ein Klatsch-Spiel, welches im Sitzkreis gespielt wird. Eine Hand klatscht die andere und derjenige gibt den „Klatsch“ weiter zum nächsten Kind und das geht dann so weiter.

Vorlesen macht auch immer sehr viel Spaß. Vor allem, wenn ich ein Wort nicht kenne und es dann einfach weglassen kann, weil es kein Mensch merkt 😊 😊 😊 Letzte Woche war es das Buch „Potato Pants“. Eine Potato wollte sich eine Hose kaufen in einem Shop extra für Kartoffel Hosen. Jedoch war genau an dem Tag die gemeine Aubergine in dem Laden und so musste die Kartoffel einen Supermarkt anrufen, ob die vielleicht Hosen für ihn hätten. Sehr interessante Geschichte.

Gemeine Regeln

Leider musste ich an meinem ersten Tag unterschreiben, dass ich keine Bilder von den Kids mache. Deshalb seht ihr nur Bilder ohne Gesichter zum Schutz der kleinen Monster. 😊

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