#9 Brumm brumm! Führerschein, Auto, Versicherung

#9 Brumm brumm! Führerschein, Auto, Versicherung

Bereits bevor es in die USA ging wussten alle von den kleinen bis großen Herausforderungen, die uns in den ersten Wochen erwarten werden. Zum einen durch die Blogs des 35. Jahrgangs, aber auch durch die ersten Informationen durch die GIZ. Ohne Auto ist es undenkbar in Amerika auch nur ansatzweise voran zu kommen, wenn man nicht in einer der größeren Städte lebt. Im Zentrum von Cincinnati leben ca 300.000 Menschen zusammen mit den Suburbs, die sich auf drei Bundesstaaten verteilen, sind ca. 2 Millionen Menschen. Nur mal so zum Vergleich: Berlin hat laut Wikipedia 3,5 Millionen Einwohner. Amerikanische Städte sind jedoch insgesamt viel verstreuter und nicht so „gestopft“ wie in Deutschland. Als wir am Findlay Market waren, dachte ich wir sind noch ziemlich außerhalb, weil ich noch keinen Überblick über die Stadt hatte, aber in Wahrheit waren wir fast im Zentrum. Für mich persönlich fühlt es sich nicht wie Stadt an, was ich aber auch sehr angenehm finde. Die Entfernung darf man dabei nicht unterschätzen, denn ein öffentliches Verkehrssystem ist quasi nicht existent. Um endlch zum eigentlichen Thema des Blogeintrags zu kommen!

Der Führerschein

Der Führerschein ist gleichzeitig eine ID und wird hier für fast alles vorgezeigt. Alle, die keinen Führerschein haben, haben eine State-ID, also einen Personalausweis des Bundesstaates. Da mein Pass und mein Visum die mit Abstand wichtigsten Dokumente sind, die ich hier bei mir habe, wollte ich die gerne immer zu Hause lassen. Ein Führerschein hilft später auch, wenn man ein Auto auf sich zulassen oder ein Bankkonto eröffnen möchte. Aber dazu später mehr. Am Freitag nach meiner Ankunft sind Colleen und ich gleich los zum nächsten BMV (Führerscheinbehörde), die uns dann mitgeteilt haben, dass wir zur Examination (Sehtest) müssen. Die nebenan hatte leider schon geschlossen, also ging es nach Hamilton. Dort habe ich einen kurzen Sehtest gemacht und ein paar allgemeine Fragen zu meiner Gesundheit beantwortet. Am besten ist es, wenn man einfach alle Dokumente mitnimmt, die man hat, weil man dann auch garantiert auch nichts vergisst, man muss an nämlich an mehreren Stellen den Pass und andere Dokumente vorzeigen. Danach ging es in das Büro nebenan, wo der eigentliche Führerschein beantragt wird. Jasmin, die Sachbearbeiterin war wirklich nett, aber ihre Vorgesetze hat sich geweigert meine Nachweise zu meinem Wohnsitz in den USA anzuerkennen. Ich hatte ein Schreiben von Cultural Vistas dabei, wo die Adresse von Colleen draufstand und bestätigt wurde, dass ich bei ihr lebe. Am Samstag sind wir dann nochmal los und haben eine Quittung für meinen Handyvertrag mitgenommen, den die Dame aber auch nicht akzeptiert hat. Sie wollte unbedingt eine Rechnung haben. Nach der Aktion war Colleen echt genervt, was ich nachvollziehen konnte. Normalerweise kann man seinen Führerschein gleich mitnehmen und irgendwie hat die Dame in Hamilton einfach alles schwerer gemacht als es ist. Am Montagnachmittag sind Colleen und ich dann zum nächsten AT&T-Store gefahren, weil wir die Hoffnung hatten, dass dort eine Rechnung ausgedruckt werden kann. Wichtig war, dass mein vollständiger Name und die Adresse darauf waren. Die Herren im Laden haben sich wirklich alle Mühe gegeben und mir dann vier Seiten in die Hand gedrückt. Mit den Papieren sind wir dann wieder in das erste BMV vom Freitag gefahren und haben dann endlich meinen Führerschein bekommen. In den USA wird das Foto gleich vor Ort gemacht und man bekommt ein normales DIN A4-Papier auf der schon alle Daten sind. Der endgültige Führerschein kommt dann in 11 bis 22 Tagen per Post nach.

Meine Vorgängerin hat ein Auto bei Colleen gelassen, was ich von ihr übernommen habe. Es muss noch etwas repariert werden, aber es funktioniert so weit alles und ich kann damit am Mittwoch zur Uni und bleibe nicht gleich liegen. Heute sind Colleen und ich also los, um das Auto auf mich umzuschreiben und neue Nummernschilder zu holen. In dem einen Büro wurde das Auto auf mich umgeschrieben und in dem anderen habe ich dann die Nummernschilder bekommen, die da einfach auf dem Tisch liegen (in Deutschland undenkbar). In Amerika muss man regelmäßig seine Nummernschilder tauschen. Ich muss bis zum 30. Januar neue haben, kann die mir aber schon um Weihnachten holen, wenn ich möchte. Die Schilder haben noch Aufkleber mit dem County verpasst bekommen bevor wir sie ans Auto geschraubt haben. Insgesamt bin ich für Führerschein, Zulassung und allem drum und dran ca. 60 Dollar losgeworden.

Die Versicherung

Ohne Versicherung wird nicht gefahren, das ist klar. Ich habe versucht mich bei einem günstigen Anbieter zu versichern. Online wollte man meine Social Security Number haben, die ich aber erst nach 10 Tagen in den USA überhaupt beantragen kann. Die Dame in der Hotline war wohl etwas überfordert beziehungsweise hatte keine Lust auf das ganze Thema und hat das Gespräch mitten im Satz einfach beendet. Jetzt war auch ich genervt. Von einem anderen PPPler habe ich den Tip bekommen bei AAA eine Versicherung abzuschließen. Ich war noch nicht mal ganz durch das Online-Formular durch als ich von einem Berater von AAA angerufen wurde. Das System hat wohl nach einer bestimmten Zeit eine Mail an ihn geschickt. Ich hatte auch eine bekommen, aber logischerweise noch nicht gesehen. Der Mann am Telefon hat mir geholfen und am Ende habe ich sogar noch mehr Rabatte bekommen, weil ich zum Beispiel alles auf einmal gezahlt habe und in Deutschland beim ADAC bin. Es lohnt sich also immer bei der Versicherung anzurufen und einfach mal nachzufragen, ob man vielleicht noch irgendetwas beachten kann. Ich habe sogar Rabatt dafür bekommen, dass ich seit 2013 Mitglied beim ADAC bin. Die Versicherung ist sogar für ein ganzes Jahr und so muss ich mir keine Gedanken mehr darum machen, ob ich irgendetwas brauche, wenn es nach der Collegezeit in den Job geht.

Ende gut, alles gut!

Nach Abschluss der Versicherung bin ich nun stolze Fahrerin eines BMW 325i. Der Innenraum lässt keinen Luxus zu, weil der schon viel gesehen hat, aber das Auto soll mich durchs Land bringen und das wird es definitiv tun!

Einmal um die halbe Welt gereist, um dann doch ein deutsches Auto zu fahren!

Morgen früh kann ich also schon selbst zur Orientierung für internationale Studenten fahren, was super ist, weil Colleen lange arbeiten muss. Die kurze Fahrt zur Drogerie um die Ecke habe ich auf jeden Fall gemeistert, morgen sind es ein paar Kilometer mehr!

Wie es beim Orientierungstag war, was für Kurse ich haben werde und was die Uni sonst noch zu bieten hat, könnt ihr höchstwahrscheinlich in meinem nächsten Beitrag lesen!

See ya! (wie Colleen so schön sagt)

Hannah

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