#14 Alltagsstress: Ja, nein, auf jeden Fall

#14 Alltagsstress: Ja, nein, auf jeden Fall

Oh man, eigentlich hatte ich mir vorgenommen hier sehr regelmäßig Beitrage zu verfassen, aber wie so oft kommt was dazwischen oder man hat einfach keine Lust, ich gebe es zu! Die Tage hier vergehen wie im Flug, wenn man beschäftigt ist und ich habe im Moment einiges zu tun! Ich weiß, ich hatte euch im letzten Beitrag versprochen, dass es viel zu berichten gibt und das gibt es auch wirklich!

07. September: NKU Night at the REDS

Am Samstag ging es für mich und viele andere Studenten zum Baseballspiel in Cincinnati! Die Reds sind das lokale Team, es wurde gegen Arizona gespielt. Ich kenne die Grundregeln auch nur theoretisch, aber das auch wirklich nur ganz theoretisch. Aber ich war ja nicht dort, um ein Team anzufeuern, wenn ich erhlich bin. Meine Uni hat Tickets für das Spiel verkauft. Gratis dazu gab es dann eine Kappe und eine Tasche, die auf die Unifarben angepasst waren, aber trotzdem noch das große C für Cincinnati vorne drauf hatten. Ich bin etwas früher Richtung Downtown gefahren, weil ich einen Parkplatz finden musste und die anderen aus der komplett anderen Richtung kamen. Nachdem wir uns alle gefunden hatten und ein Eis gegessen haben, sind wir dann auf unsere Plätze marschiert und haben uns in der Sonne durchgaren lassen. Es war morgens noch nicht wirklich warm, ich hatte mich zum Glück aber trotzdem für eine kurze Hose entschieden. Wir hatten gute Plätze, aber wirklich Ahnung hatte keiner, haha! Cincinnati hat verloren und mir wurde gesagt, dass die Reds generell nicht so gut sind, aber was solls!

08. September: Student Orientation

Wie bereits erwähnt werde ich für die Aronoff Arts Association meine Freiwilligenarbeit machen. Ich werde Usher im Aronoff Center in Downtown Cincinnati. Ich freue mich schon riesig und am Sonntag gibt es für mich 10 Uhr morgens zum Procter and Gamble Theater. P&G hat seinen Hauptsitz in Cincinnati und hat das Theater sehr stark mitfinanziert. Die Lobby zum größten Theater heißt deshalb P&G Hall. Damit ich bald richtig loslegen kann mit meinen zwei ersten Trainingseinheiten als Usher, musste ich noch die Orientation mitmachen. Andere Studenten und Schüler ab 16 wurden von Hope (unsere Koordinatorin) über Notfallsituationen, die Sitzaufteilung, Abläufe während der Show und vieles andere aufgeklärt. Wir bekamen auch eine Führung durch das gesamte Gebäude. Ich fand das Ganze damals schon aufregend, ich freue mich auf meine erste Show! Das größte Theater ist mit 2.500 Sitzen nicht riesig, aber dafür hat wirklich fast jeder einen tollen Blick auf die Bühne und sitzt nicht 3km entfernt. Als Usher werde ich für vieles während, vor und nach den Vorstellungen zuständig sein. Dazu gehört es allgemeine Fragen zu beantworten, Gäste zu den Sitzen zu begleiten oder bei Notfällen die Gäste zu den Notausgängen zu begleiten. Wirklich beeindruckend ist, dass wirklich alle Usher und die Usher Captains freiwillige sind. Das sind insgesamt über 900 Leute, die an meheren Standorten viel Wissen sammeln müssen. Bei mir zu Hause gibt es den Verein, um den sich alles aufbaut und man kennt eigentlich jeden. Hier trifft man immer neue Gesichter und vor allem wenn die Broadway shows halt machen kommen noch mehr Leute hinzu. Ich freue mich jedenfalls schon auf die erste Vorstellung!

Uni-Alltag

Der Rest der Woche war relativ „normal“. Am Donnerstag hatte ich meinen ersten Test in International Economics, den ich hoffenlich nicht ganz in den Sand gesetzt habe. In allen Kursen gibt es jetzt die ersten Assignments oder Excercises, wenn man die nicht vorher schon hatte. Man merkt, dass es langsam auf die Midterms zugeht. Ich finde, dass die Uni hier mehr wie eine anspruchsvollere Schule aufgebaut ist, weil es immer Hausaufgaben und andere Kleinigkeiten zu erledigen gibt. Das Ganze summiert sich dann aber dann doch auf und man sitzt an vielen Dingen länger als gedacht.

13. September: Wandern und Paw Paw Festival

Am Freitag hatte Colleen frei und wir sind morgens aufgebrochen, um auf dem Weg zum Paw Paw Festival zwei kleinere Wanderungen zu unternehmen. Es war im Laufe der Woche wieder heiß und schwül geworden und wenn man das Auto verlassen hatte, wünschte man sich wieder zurück. Wir haben zuerst Stop beim Serpent Mound gemacht. Das Serpent Mound ist eine auf und aus Erde von Indianern geformte Skulptur, die eine Schlange darstellen soll. Wir sind eine Runde herum gelaufen und sind dann weiter Richtung Highlands Nature Sanctuary. Wir haben uns für die kürzeste Strecke entschieden, die uns von felsen runter zu einem kleinen Fluss und wieder hinauf führte. Es war eben unglaublich schwül und die letzten Wochen gab es auch nicht sehr viel regen, weshalb der Wasserfalls für uns leider aus fast keinem Wasser bestand. Gelohnt hat sich das ganze trotzdem, weil ich so einen anderen Teil von Ohio gesehen habe und der kleine Fluss zwischen den hohen Felsen (ca. 35 bis 40 Meter) ja auch noch da war. 😉 Nachdem wir oben waren, haben wir eine kleine Pause eingelegt. Auf der gleichen Strecke waren auch Schulkinder unterwegs und haben gerade angefangen zu malen, was ein Projekt von der Einrichtung ist. Die Bilder der Kinder werden mit Kunstwerken von regionalen Künstlern dort ausgestellt und sollen die Natur und die Gegend repräsentieren. Nach unserer Pause ging es weiter zum Lake Snowden, wo das Paw Paw Festival stattfand. Paw Paw ist eine lokale Baumart mit der gleichnamigen Frucht. Sie schmeckt wie eine Kreuzung aus Banane und Mango und wird bei diesem Festival in wirklich alles reingetan. Bier, Kuchen, Brot, BBQ-Soße, Käse. Man findet es in alles. Insgesamt ist der Festival auch etwas alternativ im Land des Einmalplastik. Bier gab es zum Beispiel nur mit gekauften, wiederverwendbaren Gläsern oder Bechern. Ich habe mir Shampooseife und eine Kette gekauft. Beides war nicht so teuer wie ich dachte und wurde handgemacht. Für drei große Stücke Seife und den Fettstift habe ich glaube ich 19 Dollar bezahlt und für die Kette 15. In Deutschland habe ich auch schon Shampooseife benutzt. Die von Alverde kostet pro Gramm mehr als meine jetztige hier und hat auch leider nicht so lange gehalten. Generell finde ich es richtig gut wie viele Läden „alternativen Kram“ anbieten und auch noch nicht mal so teuer. Wir haben auch halt bei einem Stand, der über Recycling aufgeklärt hat und als Colleen erzählt hat wie viel Mülltonnen man in Deutschland hat ist die Dame gar nicht mehr aus dem Stauen raus gekommen und war wirklich mega begeistert. Dazu muss man sagen, dass in Amerika auch recyclt wird, aber ich verstehe das ganze Konzept dahinter nicht. Macht für mich einfach wenig Sinn.. Ich musste dann auch gleich Deutsch für sie reden, weil sie mir 1. nicht gelaubt hat, dass ich Deutsche bin und 2. einfach mal hören wollte wie das ganze so klingt, wenn es jemand auch kann! Nette Frau! 😀

Nachdem wir den ganzen Tag mit Schwitzen und Laufen verbracht hatten, haben wir uns auf dem Rückweg nach Cincinnati gemacht. Weil Colleen aber noch mehr Fotos vom Serpent Mound haben wollte, haben wir dort nochmal einen Stopp eingelegt und ich bin den Aussichtsturm nochmal hoch. 😀

Danach ging es dann endgültig nach Hause. Abendessen gab es bei Skyline Chilli einen Three-Way. Nudeln, darauf ein Chilli (eher süß und nicht so wie ihr euch das jetzt vorstellt) und Käse oben drauf. Man hat mir gesagt, dass man es entweder liebt oder hasst, aber ich gehöre weder zu den einen, noch zu den anderen, also zählt man mich zu den „guten“, was auch immer das heißen mag!

14. Septemeber: City Flea

Es tut mir wirklich leid, ich habe das Gefühl ich misbrauche das ganze hier etwas als Tagebuch. Ich kann euch verraten: Mein Kalender liegt aufgeschlagen neben mir, weil ich mich sonst unmöglich an alles erinnern kann! Samstag sind wir wieder früh aufgestanden (ausschlafen tue ich meistens Montags) und sind Frühstücken gefahren. Danach ging es zum City Flea in Washington Park. Es gab lokale Händler, Künstler und Handwerker. Ein Traum von „Flohmarkt“, weil alles so hübsch war. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wäre ich wahrscheinlich um einiges ärmer geworden. Colleen war aber verabredet und ich war froh einfach mal nichts zu machen.

Sonnag habe ich mit Freunden von Model UN zum schwimmen verabredet. Danach gab es mexicanisch und Eis. Lecker, kann ich da nur sagen!

Das waren auch die Eregnissen der letzten Tage! Es ist gerade zehn Uhr Abends und morgen geht es wieder in die Uni. Den Beitrag hier werde ich aber später veröffentlichen, weil ich Euch die Bilder nicht vorenthalten will! Eine Hausarbeit musste heute noch zu Ende geschrieben und die Hausaufgaben erledigt werden. Montag ist bei mir einfach nur langweilig, wenn man es genau nimmt. Die nächsten Wochen halten viel bereit, jedes Wochenende ist verplant!

Bis zum nächsten Beitrag!

Eure Hannah

Nachtrag: Ich haben diesen beitrag letzten Montag geschrieben, heute ist schon wieder Freitag! Gestern war ich zum ersten Mal bei meinem Volunteering, dazu gibt es einen separaten Beitrag!

Downtown Cincinnati
Deutscher Flohmarkt = Yard/ Garage Sale in den USA, das hier sind eher lokale Händler

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